Moderne Möbelklassiker

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fipps
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Moderne Möbelklassiker

Beitrag von fipps » 19. Februar 2006, 22:59

Hi, bin ich grade drauf gestoßen:

Moderne Möbelklassiker
von Art-Deco und Bauhaus
bis 50er- Jahre-Stil.

Bild

Wirklich schöne Möbelklassiker vieler bekannter Künstler.

http://www.bestofdesignshop.com

este
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Beitrag von este » 20. Februar 2006, 16:29

Sag lieber nicht so laut, daß Designer und Architekten "Künstler" sind. Auch wenn Du damit gar nicht so daneben liegst. Das hören die Meisten gar nicht gern. Letztens war links in der Leiste auch ein schöner Link. Hab leider vergessen wie er war.

este
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Beitrag von este » 20. Februar 2006, 19:57

Ich hab mich nochmal auf den vorhandenen Links umgesehen und muss sagen, daß man einige Schnäppchen machen kann. Eine Le Corbusier Liege für 495.-€ ist schon fast geschenkt. Auch Designer-Klassiker können sich nunmal nicht vom Wertverlust freisprechen. Ich finde eine solche Entwicklung sehr schade. Da gibt man viel Geld für eine Einrichtung oder ein Möbel aus und nach einiger Zeit bekommt man es für die Hälfte. Es mindert nicht den persönlichen Wert und auch die Qualität wird sicherlich nicht darunter leiden, aber ein blödes Gefühl von VERARSCHUNG lässt sich bei mir nicht ausschließen. Wir sind hier in einem Einrichtungsforum und hier wird mit exclusiven Möbeln der Oberklasse geworben, darum kann ich das jetzt sicherlich so formulieren. Jeder belohnt sich ja auch selbst für seinen Erfolg. Man steckt sich ja gewisse Ziele. Ich wollte mir von meinem ersten Geld immer ein "Hill House" Stuhlset von Mackintosh kaufen. Das ist für mich wie ein Picasso für einen Maler. Ich dachte immer das Geld ist gut angelegt (wer würde keinen Picasso kaufen, wenn er könnte oder einen Porsche oder sonst was).
Mich macht das einfach traurig. Das hat doch sicherlich schon jeder mal auf die ein oder andere Weise erlebt. Die Dinge werden mir weiterhin etwas bedeuten und es geht auch nicht ums Geld, aber das blöde Gefühl bleibt. Mir stellt sich auch die Frage, gibt es Menschen, die sich solch exclusive Dinge im Internet kaufen? Was ist mit Reklamationen oder Kundenservice? Und wer hat die Rechte an Ramschläden verkauft?

Das sind MEILENSTEINE der Design-Geschichte. Das haben sie nicht verdient. Vielleicht liegt es ja auch daran, daß jeder Hinz und Kunz, ohne jedes Talent, Superstar werden will.

Matthau
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hehe

Beitrag von Matthau » 20. Februar 2006, 20:14

Hallo este, alte wurschthau,

nur mal so kurz angedacht. Bringst Du bei der Möbel/ Kunst- Betrachtung nicht was durcheinender. Ein (Öl)- Bild von Picasso ist ein Unikat, die Designerliege beliebig oft reproduzierbar.... Wenn mich meine architekturgeschichtlichen Erinnerungen nicht trügen, war es explizit Ansatz des Bauhauses schöne Dinge industriell für die Masse preiswert herzustellen. ( Die Erben und Lizenznehmer sehen das anders) Oder siehst Du das anders?

Gruss Matthau

kimschmitz
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Moderne Möbelklassiker

Beitrag von kimschmitz » 20. Februar 2006, 22:04

Hi,
was este hier mit viel Leidenschaft vorgetragen hat kann ich gut nachvollziehen. Ich denke aber Matthau hat Recht, ein Möbel ist kein Unikat. Die ganze Energie und Schaffenskraft steckt in einer Idee, nicht in der Herstellung. Obwohl die Qualität sicher von entscheidender Bedeutung ist, aber das ist ein anderes Thema. Ist vielleicht ähnlich wie mit Software, die Herstellung mancher Programme dauert Jahre und kostet viele Millionen, kopiert ist die CD dann in 5 Minuten.

Viele Grüße

Kim

este
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Beitrag von este » 21. Februar 2006, 11:44

Der Punkt, den ich ansprechen will ist, daß alles wirtschaftlich ausgebeutet wird. Ein gutes Möbel ist ebenso ein Unikat. Es gibt unter anderen, eine Firma in Italien, die nur Clubsessel herstellt. In hundertprozentiger Handarbeit und mit erlesenen Materialien. Es gibt auch Einrichtungsgegenstände, für die nicht geworben wird und die sich von allein verkaufen, eben weil der Käufer einen gewissen Anspruch hat. Das mir Bauhaus gefällt, hab ich nie behauptet. In erster Linie geht es (auch bauhaus) darum, je weiniger Angestellte ich bezahlen muss, umso mehr für mich. Wenn man Geld an der Masse verdienen will, muss man es wie Ikea machen. Wenn man von seiner Qualität und Verarbeitung überzeugt ist, lässt man es von den besten Handwerkern herstellen. Ein Aston Martin ist sicherlich auch auf dem Band herzustellen. Warum sind die Sachen wohl so teuer? Das ist mir wichtig! Ich will mit der Aura von Leidenschaft und Handarbeit umgeben sein. Dabei ist mir die Nationalität egal. In Vielen ausgebeuteten Ländern gibt es großartige Handwerker. Was mich daran stört ist: des einen Freud, des anderen Leid. Von dem Kuchen bekommt der Handwerker in vielen Ländern die Krümel. Wo es angebracht ist, sind Maschinen gut, doch wo andere Maschinen einsetzen um mehr provit zu machen, kommt mir die Galle hoch. Die meisten Menschen können sich kein Bild machen, um was und wieviel es geht. Wenn eine Firma, schwarze Zahlen schreibt, muss sie im nächsten Jahr schärzere Zahlen schreiben, sonst werden Stellen abgebaut....

Ein Picasso ist ebenso kopierbar...kommt auf den Künstler an.

Liebe Grüße zurück und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Kim.

este
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Beitrag von este » 21. Februar 2006, 12:50

Da muß ich nochwas anfügen. Mit dem Beginn der Industrialisierung, also auch zur bauhauszeit, konnte sich noch kaum jemand ein Bild von der Entwicklung machen. Sicherlich wollte Ford, daß jeder ein Auto fährt. Oppenheimer hatte auch andere Ziele. Mich macht ja nicht traurig, dass man gewisse Dinge für weniger Kosten herstellen kann, sondern das man es zulässt. Der Verfall der Werte stimmt mich nachdenklich. Warum haben alle Länder eine Kultur, bis auf eines? Ein Land, das auf mehr Blut gebaut wurde als Europa zusammen, will uns zeigen wie das Leben geht??? Dreht sich das Leben nur um Geld und Macht?

Warum komme ich wohl immer vom Thema ab?

Warum sind wohl eine Handvoll Architekten und Designer höher angesehen als andere?

Was macht einen Mario Botta so anders? Oder einen Le Corbusier oder, oder oder...


Was wollen uns Künstler wohl sagen?


Ich habe bisher keinen geeigneteren Platz gefunden, als diesen hier.

kimschmitz
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Beitrag von kimschmitz » 22. Februar 2006, 20:18

Hallo este!

Ich denke die Entwicklung ist nicht aufzuhalten, in keinem Bereich. Der Mensch von heute hat längst nicht mehr das qualitätsbewusstsein früherer Generationen, Möbel werden nicht mehr für Jahrzehnte hergestellt, sondern für einige Jahre. Handwerker stehen häufig unter Zeit- und Kostendruck und darunter leidet die Qualität. Alte Handwerkstechniken und Künste gehen verloren, weil halt alles günstig sein muss. Wer läßt sich denn heute noch einen schmiedeeisernen Zaun anfertigen, der industiegefertigte kostet halt nur einen Bruchteil. Wenn man sich kunstvolle alte Bauwerke anschaut, wer könnt sie heute nachbauen?

Ich finde es gut wenn es Individualisten gibt die sich diesem Trend entziehen und sich ihre eigene kleine Welt schaffen, aber jeder halt wie er mag und kann - ist ja auch eine Frage des Geldes. Das die Natur und der Mensch bei dieser Entwicklung langfristig den Kürzeren zieht, versteht sich von selbst.

Viele Grüße

Kim

PS: Ich glaube nicht, das die Entwicklung aus einem Land gesteuert wird. Ich denke die menschliche Gier ist die treibende Kraft. Die Marktwirtschaft und die Globalisierung sind der Nährboden in dem das zarte Pflänzchen Gier hervorragend gedeiht.

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Beitrag von este » 23. Februar 2006, 11:41

Ich steh auf erstklassige Handarbeit und bezahle gerne dafür. Da wir in dem Land mit den Weltweit höchsten Lohnnebenkosten leben, auch mal etwas mehr.

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Beitrag von kamillo » 25. Februar 2006, 11:55

spaetestens seit andy warhole muss doch ein kunstwerk kein unikat mehr
sein.

in asien ist die sicht der dinge auch anders, als in der westlichen welt. ein
kuenstler gibt einen stil vor und andere kuenstler - oder solche, die kunstler
werden wollen - versuchen diesen stil moeglichst genau zu kopieren.

wenn ich mir so manche einrichtungsgegenstaende, ob nun stuehle, aschen-
becher, saftpressen oder was weiss ich was, anschaue sage ich mir: das ist
cool, das ist kunst. dabei ist doch egal, ob es das stueck 1 mal oder 1 mio
mal gibt.

dass fuer manche (oder fuer viele) ein ding an reiz verliert, wenn es auch
von vielen anderen besessen wird, ist eine andere sache.

aber vielleicht ist das auch der punkt, wo kunst und design sich unterscheiden.
designte gegenstaende haben (oder sollten) einen praktischen nutzen (haben).

aus meiner sicht ist es so, dass kunst eine botschaft haben sollte und design
einen praktischen zweck erfuellen sollte. also die ersten fuenf absaetze
waren quasi ein innerer monolog und sollten nicht beachtet werden. :P

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